In jedem Meeting treffen 5 Ich-Zustände aufeinander. Der Boss im kritischen Eltern-Ich, der Praktikant im angepassten Kind-Ich, der PM im Erwachsenen-Ich. Wer gewinnt?
Die Transaktionsanalyse (TA) erklärt, warum Meetings oft frustrierend sind: Die Teilnehmer:innen kommunizieren aus verschiedenen Ich-Zuständen — und diese Transaktionen können komplementär (stabil), gekreuzt (Konflikt) oder verdeckt (manipulativ) sein.
Das Ziel: Alle ins Erwachsenen-Ich bringen. Die Realität: Der Chef bleibt im Eltern-Ich, weil es sich mächtig anfühlt. Und alle anderen passen sich an.
Dominiert das Meeting. Bewertet, urteilt, korrigiert. "Das hätte längst fertig sein müssen." / "Wer hat das entschieden?" / "So wird das nichts."
Nickt, stimmt zu, traut sich nicht zu widersprechen. Schreibt eifrig mit. Sagt "Ja, gute Idee" zu allem, was der Chef sagt.
Versucht, das Meeting sachlich zu halten. Fragt nach Daten, Fakten, nächsten Schritten. Wird von beiden Seiten als "langweilig" wahrgenommen.
Hat spontane Ideen, unterbricht, denkt laut. Ist begeistert oder gelangweilt — dazwischen gibt es nichts. Zeichnet auf dem Whiteboard, während andere reden.
Achtet auf Stimmung, fragt nach Befindlichkeiten, glättet Konflikte. "Ist alles OK bei dir?" Meint es gut, ermöglicht aber manchmal Vermeidung.
"Wer hat das verbockt?" → "Entschuldigung, ich schaue das sofort nach."
Stabil, aber ungesund. Der Chef bleibt im Eltern-Ich, der Junior im Kind-Ich. Keiner wächst.
"Was wäre wenn wir einfach alles umbauen?" → "Wir bauen hier gar nichts um!"
Kreuzung: Kind-Ich trifft auf Eltern-Ich statt auf Erwachsenen-Ich. Konflikt vorprogrammiert.
"Die Daten zeigen X. Welche Optionen haben wir?" → "Option A hat diese Vor- und Nachteile..."
Erwachsenen-Ich zu Erwachsenen-Ich. Sachlich, produktiv, lösungsorientiert. Selten in deutschen Büros.
Warum Meetings meistens scheitern: Weil sie im Eltern-Kind-Modus laufen statt im Erwachsenen-Modus. Der Chef sendet aus dem kritischen Eltern-Ich, das Team antwortet aus dem angepassten Kind-Ich. Ergebnis: Alle nicken, niemand denkt mit, die besten Ideen sterben ungesagt.
Der Erwachsenen-Ich-Hack: Jedes Meeting sollte mit einer sachlichen Frage beginnen, nicht mit einer Bewertung. „Was sagen die Zahlen?" statt „Wer hat das vergeigt?" — dieser eine Unterschied setzt den Ich-Zustand für das gesamte Meeting.
Die Rolle der psychologischen Sicherheit: Amy Edmondson's Konzept der psychologischen Sicherheit ist im TA-Kontext: ein Raum, in dem das Erwachsenen-Ich und das freie Kind-Ich keine Angst vor dem kritischen Eltern-Ich haben müssen. Dann werden Meetings produktiv.
Analysieren Sie Ihre Kommunikationsmuster.
Transaktionsanalyse starten →Inspiriert von Eric Berne — Transaktionsanalyse