Michael Scott wählt in jeder Situation die falsche Delegationsstufe. Entweder er entscheidet alles allein — oder er delegiert das Falsche an die Falschen.
Das Genie von Michael Scott als Charakter: Er ist nicht inkompetent — er hat ein gestörtes Verhältnis zu Delegation. Wo er kontrollieren sollte, delegiert er blind. Wo er loslassen sollte, klammert er.
Delegation Poker zeigt genau diese Muster auf: Für jede Entscheidung gibt es eine passende Stufe. Michael trifft sie nie.
"Ich habe uns allen neue Stühle bestellt. Sind neongrün. Überraschung!" — Niemand wollte neongrüne Stühle.
Michael berät das Team, Jim oder Pam entscheiden als Office-Manager. Sie kennen die Bedürfnisse besser.
"Wir machen Bootsfahrt. Morgen. Nein, heute!" — Keiner hatte Badesachen, Dwight fiel ins Wasser.
Gemeinsam entscheiden: Was, wann, wo. Das Party Planning Committee existiert ja — warum nicht nutzen?
"Ryan, du machst das. Du bist jung, du kannst mit Leuten." Ryan hat null Erfahrung. Kunde kündigt.
Michael holt sich Daten von Ryan, bespricht Optionen, entscheidet dann mit seiner Erfahrung.
"Ich gebe 80% an Vertrieb, 20% an den Rest. Weil Vertrieb am wichtigsten ist. Ich war selbst Vertriebler."
Jede Abteilung stellt Bedarf vor, gemeinsame Prioritätensetzung.
"Ich mache das Training selbst. Ich bin der Diversity-Experte hier." — Es wurde die legendär peinlichste Stunde in Dunder-Mifflin-Geschichte.
HR (Toby) entscheidet, Michael fragt höchstens nach dem Ergebnis. Kompetenz entscheidet.
"Ich stelle ein, wen ich mag. Der Typ hatte einen festen Händedruck!" — Qualifikation: irrelevant.
Teamfit plus Kompetenz: Michael und das Team-Lead führen gemeinsam Interviews, entscheiden zusammen.
"Dwight, du machst die Präsentation. Zeig ihnen den Schrute-Spirit!" — Dwight beginnt mit einem Zitat von Mussolini.
Michael präsentiert (seine Stärke!), erklärt dem Team vorher die Strategie.
"Ihr seid jetzt Freunde. Umarmt euch. Ich warte." — Der Konflikt eskaliert hinterher erst recht.
Mediation: Beide Seiten hören, gemeinsam eine Lösung finden, die alle tragen können.
Michaels Kernproblem: Er delegiert nach Ego, nicht nach Kompetenz. Dinge, die ihn im Rampenlicht zeigen (Training, Einstellung, Konflikte) → Level 1 (Tell). Dinge, die Arbeit machen (Kundenbeschwerden, Präsentationen) → Level 7 (Delegate). Genau falsch herum.
Das Muster: Michael hat zwei Modi: Alles selbst machen oder komplett abschieben. Die Stufen 3-5 (Consult, Agree, Advise) — wo echte Führung passiert — existieren in seinem Repertoire nicht. Gute Führung ist kein Schalter zwischen „an" und „aus", sondern ein Spektrum.
Die Ironie: Michael ist ein exzellenter Vertriebler. Seine Stärke liegt in Kundenbeziehungen und Überzeugungskraft. Wenn er nur dort „Tell" einsetzen würde, wo er kompetent ist (Kundengewinnung), und überall sonst delegiert — wäre er ein guter Manager. Delegation Poker hätte ihm das gezeigt.
Finden Sie die richtige Delegationsstufe für jede Situation.
Delegation Poker spielen →Inspiriert von Jurgen Appelo — Delegation Poker (Management 3.0)