Notfallkompetenzen auf den Alltag übertragen
Lernen Sie, jemandem zu helfen, die in Krisen gezeigten Planungs- und Entscheidungsfähigkeiten (Krisenruhe-Muster) auf alltägliche Herausforderungen und Routinen anzuwenden.
Zuletzt aktualisiert: 20. April 2025
Menschen, die in Notfallsituationen außergewöhnliche Kompetenz zeigen – das sogenannte Die Krisenruhe-Muster –, fällt es mitunter schwer, dieselben Fähigkeiten wie Planung, Entschlossenheit und Fokus auf alltägliche Herausforderungen anzuwenden. Diese Seite bietet Strategien, um diese Lücke zu überbrücken.
Praktische Techniken
Technik 1: Krisenkompetenzen explizit benennen
Sprechen Sie die konkreten Fähigkeiten an, die in Hochdrucksituationen beobachtet wurden:
- „Beim Stromausfall waren Sie beeindruckend darin, Aufgaben zu priorisieren. Wie haben Sie entschieden, was zuerst erledigt werden musste?“
- „Ich habe bemerkt, wie klar Sie die Verantwortlichkeiten verteilt haben, als der Keller überflutet war. Was war Ihr Gedankengang dabei?“
- „Sie blieben in dieser Notfallsituation unglaublich auf das Wesentliche fokussiert. Wie gelingt es Ihnen, Ablenkungen so auszublenden?“
Fähigkeiten zu benennen macht sie greifbar und für eine bewusste Anwendung in anderen Bereichen zugänglich.
Technik 2: Analogien zwischen Krise und Alltag erkunden
Ziehen Sie Parallelen zwischen Notfallszenarien und alltäglichen Situationen:
- „Könnte die Art, wie Sie beim Stromausfall Schritte geplant haben, uns helfen, das bevorstehende Urlaubsprogramm zu planen?“
- „Erinnern Sie sich, wie schnell Sie in jener Situation Risiken eingeschätzt haben? Wie könnten wir diese Denkweise auf diese finanzielle Entscheidung anwenden?“
- „Die klare Kommunikation, die Sie damals eingesetzt haben, könnte bei der Koordination dieser Haushaltsaufgaben sehr hilfreich sein.“
Analogien helfen dabei, Fähigkeiten aus einem spezifischen Kontext auf eine breitere Anwendung zu übertragen.
Technik 3: Krisendenken auf proaktive Planung übertragen
Nutzen Sie die in Notfällen beobachtete Denkweise für präventive oder routinemäßige Aufgaben:
- „Lassen Sie uns für mögliche Probleme in diesem Projekt ein ‚Szenario-Planspiel’ durchführen, wie Sie es in Notfällen tun.“
- „Wie würden Sie diese Haushaltsaufgaben nach Dringlichkeit ‚triagieren’, wie Sie es in der Krise getan haben?“
- „Können wir den ‚Erst Informationen sammeln’-Ansatz, den Sie damals verwendet haben, auf die Recherche für diesen Kauf anwenden?“
Alltägliche Aufgaben mit Krisenmanagementprinzipien zu rahmen kann sie ansprechender und strukturierter gestalten.
Warum diese Ansätze funktionieren
Diese Techniken funktionieren, weil sie:
- unbewusste Kompetenzen bewusst und übertragbar machen,
- konkrete Verbindungen zwischen verschiedenen Arten von Herausforderungen herstellen,
- bestehende Stärken (Krisenmanagementfähigkeiten) nutzen, um Schwachbereiche anzugehen (routinemäßige Planung und Umsetzung),
- alltägliche Aufgaben auf eine Weise neu rahmen, die möglicherweise besser zur Verarbeitungsweise der Person passt.
Unterschiedliche Betriebsmodi respektieren
Erkennen Sie an, dass manche Menschen unter Druck tatsächlich anders funktionieren als in Routinesituationen. Ziel ist ein behutsamer Fähigkeitstransfer und mehr Bewusstsein – nicht das ständige Versetzen in den „Krisenmodus“. Für manche Menschen können Routineaufgaben von Natur aus weniger motivierend oder ansprechend sein.
Weitere Überlegungen
- Konzentrieren Sie sich jeweils auf eine oder zwei Schlüsselfähigkeiten statt auf einen vollständigen Transfer.
- Erkennen Sie an, dass der Adrenalinschub einer Krise einen Fokus erzeugt, der im Alltag nicht vorhanden ist.
- Feiern Sie kleine Erfolge, wenn Krisenkompetenzen erfolgreich auf alltägliche Situationen angewendet werden.
- Überlegen Sie, ob zugrunde liegende Faktoren wie ADHS zur Diskrepanz zwischen Krisenleistung und alltäglicher Routine beitragen könnten.
Verwandte Tipps und Konzepte
Siehe auch: Von der Krisenruhe lernen, Die Krisenruhe verstehen